
Grußwort des Gastgebers
Dr. Peter Kurz
Oberbürgermeister in Mannheim
Ich heiße die Besucherinnen und Besucher sowie alle Mitwirkenden im Namen der Stadt Mannheim und des Gemeinderats sehr herzlich im Zentrum der Europäischen Metropolregion Rhein-Neckar willkommen.
Der Christopher Street Day in Mannheim ist ein wichtiger Bestandteil des kulturellen Lebens unserer Stadt. Gerade das diesjährige Motto „Die Zukunft ist bunt“ greift die Gegenwart Mannheims auf und weist zugleich in die Zukunft: Mannheim ist eine bunte Stadt, die stolz ist auf eine Tradition des Zusammenlebens von Menschen verschiedenster Nationalitäten, Religionen, Kulturen und Lebensvorstellungen. Dazu gehören selbstverständlich auch die vielen Lesben und Schwulen, die unser städtisches Leben mit prägen. Wir sehen es als Verpflichtung und als Chance für die Zukunft, in Mannheim ein Klima der Toleranz, der Akzeptanz und des gegenseitigen Respekts im Zusammenleben verschiedener Gruppen und Kulturen zu schaffen und den bisher eingeschlagenen Weg konsequent weiter zu gehen.
Der CSD Rhein-Neckar 2010, mit seiner Demo-Parade durch die Straßen unserer Stadt und dem anschließenden Regenbogenfest im Schneckenhof des Mannheimer Schlosses, trägt mit dazu bei, auf diesem Weg vorwärts zu kommen.
Ich wünsche dem CSD Rhein-Neckar 2010 einen guten Verlauf und allen Gästen sowie Mitwirkenden einen stimmungsvollen und unbeschwerten Tag.
Grußworte der Schirmherrin und der Schirmherren
Silke Krebs - Schirmherrin des CSD Rhein-Neckar 2010
Landesvorsitzende Bündnis 90 / Die Grünen in Baden-Württemberg
Für einen Regenbogen braucht es Zweierlei: strahlenden Sonnenschein und dunkle Regenwolken. Zum Christopher-Street-Day gehören unzertrennlich Lebensfreude, Selbstbewusstsein, Stolz auf die eigene Identität. Ich freue mich – auch im Namen der baden-württembergischen Grünen – diese Lebensfreude in diesem Jahr als Schirmherrin mit den Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender, Intersexuellen und Heterosexuellen auf dem Rhein-Neckar-CSD in Mannheim gemeinsam feiern zu können. Denn das Leben ist so bunt und vielfältig – und das ist gut so.
Leider bringt ein CSD gerade in Baden-Württemberg auch in Erinnerung, dass es im Land noch viel zu tun gibt bis zur vollen Gleichberechtigung von Homosexuellen. Dass wir in einem Bundesland leben, dessen Ministerpräsident ein Grußwort für den CSD in Stuttgart verweigert. Dass Baden-Württemberg das einzige Bundesland ist, in dem eingetragene Partnerschaften nicht überall – wie es sich selbstverständlich gehört – auf dem Standesamt geschlossen werden. Dass unsere Landesregierung die Bundesratsinitiative der Länder Berlin, Bremen und Hamburg, das Verbot der Diskriminierung wegen der sexuellen Identität eines Menschen im Grundgesetz zu verankern, nicht unterstützt hat.
Für mich und für die Grünen ist klar: Alles andere als die volle Gleichstellung der Menschen aller sexuellen Orientierungen ist und bleibt Diskriminierung. Und wir werden nicht eher ruhen, bis die volle Gleichstellung rechtlich verankert ist und tatsächlich gelebt wird. Denn auch hier in Baden-Württemberg ist die gesellschaftliche Wirklichkeit schon längst vielfältig und bunt – und die Zukunft wird noch vielfältiger und bunter sein. Wir freuen uns darauf! Und auf einen wunderbaren, lebendigen, lebensfrohen und selbstbewussten CSD in Mannheim!
Dr. Nils Schmid - Schirmherr des CSD Rhein-Neckar 2010
Landesvorsitzender der SPD in Baden-Württemberg, MdL
Vielfalt als Chance
Liebe Lesben, liebe Schwule, liebe Transsexuelle, liebe Bisexuelle, liebe Heterosexuelle, liebe CSD-Community,
der Christopher Street Day ist pure Energie. Sicher, es bleibt noch vieles zu tun, wenn es um die Anerkennung schwuler und lesbischer Lebensformen in Gesellschaft und Politik geht. Aber die inzwischen über 40 erfolgreichen Jahre im Kampf um Gleichberechtigung zeigen, dass Mut belohnt wird und langer Atem zum Ziel führt. Für die Beseitigung von Diskriminierung und für mehr Gleichberechtigung. Für eine offenere Gesellschaft und eine freiheitliche demokratische Kultur in unserem Land.
Für mich macht der CSD deutlich, dass Schwule und Lesben längst in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen sind. Und er zeigt, wer wirklich zum Rand unserer Gesellschaft gehört. Zum Rand zählen nicht Bürgerinnen und Bürger, die offen für Anerkennung ihrer sexuellen Orientierung und ihrer Lebensformen kämpfen. Zum Rand gehören diejenigen, die mit der Angst anderer ihr Unwesen treiben.
Ein Wort zum Verhalten des neuen Ministerpräsidenten: Ich finde es beschämend, dass man an der Spitze dieser Landesregierung nun wieder in einem altbackenen Gesellschaftsbild versinkt und die Lebenswirklichkeit von Menschen ignoriert. Hier wird ein Weltbild bemüht, das kulturell und sozial separiert und nicht zusammenführt. Ein Weltbild, das unser Land nicht verkörpert und schon gar nicht in Zukunft leitet. Denn Baden-Württemberg ist traditionell weltoffen und vielfältig. Und Mannheim ist eine bunte und schillernde Stadt. Aber manche werden das wohl nie verstehen, weil sie schlicht von gestern sind.
Wer Minderheiten ausgrenzt, sei es wegen ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer Hautfarbe, sei es wegen ihrer ethnischen Abstammung oder ihrer religiösen Überzeugung, schadet nicht allein den damit diskriminierten Minderheiten. Er schadet auch der demokratischen Kultur unserer offenen Gesellschaft. Ein Gut, das hart erkämpft werden musste und das wir nicht beschädigen lassen dürfen.
Für den Christopher Street Day in Mannheim und unseren gemeinsamen Kampf für volle Anerkennung und Gleichstellung in Gesellschaft und Politik wünsche ich uns allen daher viel Kraft, Lebenslust und Mut. Vielfalt ist eine Chance und keine Bedrohung!
Herzliche Grüße
Nils Schmid
SPD-Landesvorsitzender
Dirk Niebel - Schirmherr des CSD Rhein-Neckar 2010
Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, MdB
Liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer des CSD-Rhein-Neckar,
"Die Zukunft ist bunt" heißt das diesjährige Motto des CSD. Die Gesellschaft wird immer bunter – doch noch immer kann nicht jeder seinen „Lebensstil“ und sein „Familienmodell“ ohne Diskriminierung leben. Gleiche Rechte, gleiche Pflichten - das muss auch für Lesben, Schwule und Transsexuelle gelten. Ein schwules oder lesbisches Liebespaar zieht noch immer die Blicke auf sich. Das muss sich ändern.
Die FDP legt in ihrer Bürgerrechtspolitik einen Schwerpunkt auf die Gleichstellung eingetragener Lebenspartnerschaften mit der Ehe. In den zurückliegenden Monaten hat die FDP in der Gleichstellungspolitik für Lesben und Schwule mehr durchgesetzt als die Vorgängerregierung in vier Jahren. Wir werden diesbezüglich alle Punkte des Koalitionsvertrages abarbeiten. Hierzu gehören:
- die Gleichstellung von Lebenspartnern im Beamtenrecht. Ein Gesetzentwurf wird derzeit in der Bundesregierung abgestimmt.
- die steuerliche Besserstellung von Lebenspartnern. Als ersten Schritt hat das Bundeskabinett beschlossen, dass eingetragene Lebenspartner bei Grunderwerb- und Erbschaftsteuer völlig mit Ehegatten gleichgestellt werden.
- die Errichtung einer Magnus-Hirschfeld-Stiftung. Sie soll durch Bildung und Forschung der Diskriminierung von Lesben und Schwulen entgegenwirken.
- bessere Menschenrechtspolitik für Homosexuelle im Ausland. Gerade als Entwicklungsminister nehme ich das sehr ernst: Erstmals werden künftig die Entwicklungsmittel für Uganda daran gekoppelt, dass geplante Strafverschärfungen für Homosexuelle im ugandischen Parlament nicht beschlossen werden.
Doch wir Liberale wollen mehr. Wir wollen die Gleichstellung von eingetragenen Lebenspartnern mit Ehegatten auch bei der Einkommensteuer sowie bessere Chancen für "Regenbogen-Familien". Dazu wollen wir für eingetragene Lebenspartner das volle Adoptionsrecht sowie künstliche Befruchtung unabhängig vom Familienstand.
Leider hinkt Baden-Württemberg bei der rechtlichen Gleichstellung anderen Bundesländern hinterher. Es ist ein Unding, dass die Verpartnerungen nicht generell auf den Standesämtern geschlossen werden. Hier gibt es noch viel zu tun.
Ich habe in meiner Heimatregion daher gerne die Schirmherrschaft für den CSD Rhein-Neckar übernommen und hoffe, dass sich viele Menschen bei den Veranstaltungen rund um den CSD und der großen Parade für eine bunte Zukunft und eine offene Gesellschaft mit gleichen Rechten und Pflichten einsetzen. Die Unterstützung der Liberalen und auch von mir ganz persönlich haben Sie.
Ihr
Dirk Niebel