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11. August 2012
Hier finden sich einige Fakten, die für viele nicht-normativ-heterosexuelle Menschen reale Lebenswirklichkeit sind: Unbequeme Wahrheiten, Regelungen, "die es in sich haben" und leider auch Unerfreuliches - Gute Gründe, warum es auch heute noch wichtig und notwendig ist, einen CSD durchzuführen und sich daran zu beteiligen, um für Akzeptanz, Gleichberechtigung und ein respektvolles Miteinander zu demonstrieren!
Wie kam es dazu, dass Schwule, Lesben, Bi- und Transsexuelle gemeinsam auf die Straße gingen, um für ihre Rechte zu demonstrieren? Dazu geht 's hier zur Geschichte des CSDs.

Der Bericht des Menschenrechtskommissariats (UNHCR) der Vereinten Nationen vom 17. November 2011 zum Thema „Diskriminierende Gesetze, Praktiken und Gewalthandlungen gegen Einzelpersonen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung und geschlechtlichen Identität“ ist jetzt auch auf Deutsch verfügbar!
Der Bericht enthält viele Fakten zur weltweiten Lage und Forderungen für ein Ende staatlicher Diskriminierung von Schwulen, Lesben und Trans*Menschen – 27 Seiten, die absolut lesenswert sind!
Steuerlich werden homosexuelle Paare immer noch wie Singles behandelt und das derzeitige Adoptionsrecht behandelt uns wie Gemeingefährliche, die man bloß nicht auf Kinder „loslassen“ darf. So wird gefestigtes und Pflichten übernehmendes (Familien-) Leben effektiv und bewusst verhindert. Vergleiche, die Homosexuelle und Pedophile gleichsetzen, sind auch heute noch ein beliebtes Stammtischthema.
Schön wär 's! Höre Dich doch einfach mal in Deinem Freundes- oder Bekanntenkreis um. Fast jeder von uns kennt doch eine oder mehr Personen, für die das Outing eine Zerreißprobe darstellt. Die Homosexualität eigener Kinder wird von Eltern noch zu oft als herber Schicksalsschlag angesehen und viele machen sich Vorwürfe, was sie in der Erziehung wohl „so gravierend falsch gemacht“ haben könnten. Zuweilen werden junge Erwachsene immer noch von ihren Eltern regelrecht verstoßen und das wichtige Verhältnis zur Familie wird stark geschädigt. Am Arbeitsplatz ist die Thematik ebenso oft kein Zuckerschlecken.
Naja … Deutschland liegt im europäischen Vergleich weit hintenan. Frankreich, die Niederlande oder die skandinavischen Länder sind in Sachen Rechte für nicht Heterosexuelle wesentlich weiter als wir und machen sich schon lange nicht mehr "dumm" herum.
Soll unser Land hier noch weiter ins Hintertreffen geraten?
Klar, wir können heute relativ bequem in unseren Nischen und Parallelgesellschaften leben, wozu der ganze extra Stress?
Wir meinen, es reicht schon aus, einfach zu sich selbst zu stehen, sich nicht verstecken oder selbst verleugnen zu müssen! Wäre es nicht schön, den Eltern oder Arbeitskollegen vom Wochenende mit Deinem Partner zu erzählen, wie andere das auch können? Und zwar ohne dabei ständig darüber zu grübeln, ob es nicht doch besser wäre, einfach die Klappe zu halten.
Klar – die Demo-Parade ist bunt und ist durchaus auch ein riesiges Fest. Aber wollen wir als „Besserwisser“ allen anderen Verschriften machen, wie sie für ihre Rechte zu demonstrieren haben? Hier sollte Jeder selbstbewusst auf seine Art Flagge zeigen, ob als „Spießer“ oder „Paradiesvogel“.
Wir denken, wenn Teile der Gesellschaft in ständiger Angst leben müssen, von anderen wegen ihrer Lebensweise verurteilt zu werden, ist das nicht nur sonderlich unsozial und intolerant, nein – das geht auch zu Lasten der Produktivität einer Gesellschaft. In diesem Punkt sind sich ausnahmsweise jeder Sozialarbeiter und jeder Banker einig!
Das betrifft nicht nur Homosexuelle, sondern auch beispielsweise Menschen mit Behinderung oder Migrationshintergrund. Zusammengenommen ist die Minderheit gar nicht mehr so klein…
Das, was ein Mensch an seinem Partner liebt, ist doch oft und zum großen Teil dessen Persönlichkeit. Warum sollte also keine „richtige“ Liebe zwischen zwei Menschen des gleichen Geschlechts möglich sein? Selbst der Volksmund sagt doch: „Wo die Liebe eben hinfällt“.
Nein, das stimmt nicht. Immer noch werden Schwule und Lesben auf der Straße mit abschätzigen Blicken versehen und „schwule Sau“ oder „Schwuchtel“ rangieren nach wie vor in den Top-10 der meistgebräuchlichsten Schimpfwörter ganz weit oben - und das nicht nur auf deutschen Schulhöfen. Auch heute noch werden nicht Heterosexuelle immer wieder Opfer von Gewalt, bloß wegen ihrer sexuellen Orientierung.
Sollte es sich eine aufgeklärte Gesellschaft erlauben, ihre Minderheiten zu diskriminieren? Sollten an Stelle von Toleranz (zu Deutsch „Duldung“) nicht selbstbewusste Akzeptanz und gegenseitiger Respekt stehen, die unser gesellschaftliches Miteinander prägen?